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  • 5. Februar 2021 Julia Bröder

    „Traineeships sind nötig ist, um als Agentur-Berater einen Kunden persönlich, fachlich und kaufmännisch zu führen“

    Im April startet der neue Jahrgang der Fink & Fuchs Trainees – die Bewerbungsrunde ist noch offen. Im Interview schildert Christine Stock, Leiterin Human Resources in der Agentur, wie das Traineeprogramm genau aufgebaut ist, an wen es sich richtet und wer gute Chancen hat, eine Stelle bei Fink & Fuchs zu bekommen.

     

    Das Traineeprogramm bei Fink & Fuchs gibt es schon sehr lange. Wie ist es genau aufgebaut?

    Stimmt, wir haben schon 1994 begonnen Trainees auszubilden. Bisher dauerte das Traineeship bei Fink & Fuchs 15 Monate, in diesem Jahr starten wir erstmals mit einem 13-monatigen Programm.

    Warum diese Verkürzung?

    Wir haben festgestellt, dass die Trainees es gegen Ende der Ausbildung oft kaum erwarten können, den nächsten Schritt zu gehen. Außerdem ist in Monat 11 unseres Programms traditionell ein großes Kundenprojekt vorgesehen, das die Trainees komplett alleine verantworten. Die Fortbildungen, Trainings und Workshops haben sie zu diesem Zeitpunkt bereits alle absolviert. In letzter Zeit war es manchmal schwierig, den hohen Spannungsbogen der ersten 12 Monate aufrecht zu halten, weil die Trainees zu diesem Zeitpunkt ja auch schon um umfassenden Aufgaben ins Tagesgeschäft eingebunden sind und sich die Traineeprojekte deshalb teilweise immer wieder nach hinten verschoben haben. Es war ja quasi immer noch Zeit. Mit der Verkürzung wollen wir unser Programm hier nochmals straffen. Unser Ziel ist es ja immer, Berater für den realen Alltag in der Agentur auszubilden.

    Stichwort Kundenprojekt: Welche festen Bestandteile beinhaltet das Fink & Fuchs Traineeprogramm noch?

    Das Traineeprogramm ist grundsätzlich ein Learning on the job. Jeder Kollege ist von Tag 1 an in ein Kundenteam fest eingebunden, übernimmt Verantwortung und hat auch von Anfang an Kundenkontakt zu etwa zwei bis vier verschiedenen Kunden. Dabei wird er von einem festen Mentor begleitet, der ihm bei allen Fragen und Unsicherheiten hilft und ihn im Arbeitsalltag anleitet. Sei es, wenn jemand sich bei einer Aufgabe zeitlich verkalkuliert, einen bestimmten Ansprechpartner für ein Thema sucht oder generell Unterstützung in der internen oder externen Kommunikation braucht. Zusätzlich zu diesem Mentoring gibt es alle zwei bis drei Monate Entwicklungsgespräche mit der Personalabteilung. Hier besprechen wir, was gut läuft und wo es noch hakt, beziehungsweise, wo jemand in der Entwicklung stagniert. Darauf aufbauend planen wir Aufgaben und Szenarien, in denen sich der Trainee ausprobieren und verbessern kann.

    Welche Rolle spielen feste Weiterbildungsformate wie Workshops, Schreibtrainings ect.?

    Die gehören natürlich auch zum Traineeship. In der Vergangenheit haben wir dabei mit externen Anbietern und Verbänden zusammen gearbeitet, mittlerweile führen wir unsere Trainings intern durch. Unsere Trainees werden sowohl fachlich, methodisch und kaufmännisch als auch in ihren persönlichen sozialen Kompetenzen geschult. Sie erhalten Schreibtrainings und Weiterbildungen zu den Themen Account Management, Konzeption und Kundenführung. In Monat 5 setzen die Trainees ein Projekt in Kleingruppen um. Die unterschiedlichen Ansätze werden später diskutiert und bringen jedes Mal viele interessante Erkenntnisse. Außerdem macht jeder Trainee zusätzlich zu seinem Berater-Team eine Hospitation bei unseren Spezialisten aus den Abteilungen Film, Redaktion, Kreation oder Digitales. 

    Kann man sich in diesen Bereichen auch für ein komplettes Traineeship bewerben?

    Ja, das geht. Unser Schwerpunkt liegt nach wie vor auf der Ausbildung von Beratern, denn da haben wir den größten Bedarf. Wir bieten aber seit 2015 auch das Profil Trainee Digitale Medien an. Seit 2018 stellen wir Trainees in den Bereichen Film, Redaktion und Kreation ein. Hier kommen die Bewerber dann eher aus anderen Studiengängen als der Kommunikationswissenschaft. 

    In der Branche wird immer wieder diskutiert, wie sinnvoll ein Traineeship für Kommunikationsfachleute ist. Andere Agenturen stellen die Absolventen aus Überzeugung nur direkt als Junioren ein. Warum halten Sie am Traineeprogramm fest?

    Wie gesagt: Unser vorrangiges Ziel ist es, Hochschulabsolventen für die Kundenberatung zu qualifizieren. Gerade Absolventen aus den Kommunikationsstudiengängen sind inhaltlich bestens ausgebildet. Praktische Erfahrung in der Kundenführung haben sie aber in der Regel nicht. Wir sind der festen Überzeugung, dass ein Traineeship nötig ist, um als Agentur-Berater einen Kunden persönlich, fachlich und kaufmännisch zu führen.

    Zu wem passt dieser Job? Für wen ist die Arbeit in der Agentur das Richtige und wer ist vielleicht in einem Unternehmen besser aufgehoben?

    Das kann man so nicht vergleichen. Wer sich aber in einer Agentur bewirbt, der braucht eine gewisse Robustheit und auch eine hohe Frustrationstoleranz. Denn in der Diskussion mit dem Kunden kann es immer passieren, dass dieser trotz vieler Argumente anders entscheidet als von der Agentur vorgeschlagen. Ein Berater darf dann nicht trotzig reagieren, sondern muss die Entscheidung mittragen und gegebenenfalls neue Erwartungen formulieren. Ein Vorteil an der Ausbildung in einer Agentur ist, dass man solche Prozesse in hoher Dichte miterlebt. Man lernt, in kurzer Zeit viele unterschiedliche Branchen und Themen zu erfassen und zu bearbeiten. Allein diese Vielfalt ist ein Vorteil einer Agenturausbildung im Vergleich zur Unternehmenskommunikation – Trainees aus Agenturen finden sich meist in Unternehmen leichter zurecht als umgekehrt. 

    Was muss jemand mitbringen, der sich bei Fink  & Fuchs als Trainee bewirbt?

    Für die Beratung brauchen wir Leute, die bereit sind, alles immer wieder kritisch zu hinterfragen – und auch mit Kritik umgehen zu können. Wer dünnhäutig ist, ist in einer Agentur nicht gut aufgehoben. Gute Erfahrung haben wir hier mit Absolventen gemacht, die sich im Studium in einer Studierendeninitiative engagiert haben, diese Bewerber konnten uns immer zeigen, dass sie sich bereits mit der Branche und mit möglichen Berufsfeldern auseinandergesetzt und eine Idee davon haben, was sie machen möchten. Eine Voraussetzung für eine Einstellung ist eine Mitgliedschaft in einer Studierendeninitiative natürlich nicht. Aber ich würde jeden ermutigen zu schauen, welche Vereine es in der eigenen Stadt dazu gibt. Ansonsten schauen wir klassisch auf den Lebenslauf und Anschreiben: Welche Praktika und Nebenjobs hat jemand gemacht? Welche Erkenntnisse hat er aus seinen Entscheidungen, aber auch aus Fehlentscheidungen und Zufällen gezogen. 

    Das Anschreiben ist für viele der schwierigste Part im Bewerbungsprozess. Was raten Sie Absolventen?

    Ich erwarte ein sauberes, strukturiertes Anschreiben ohne Chichi – keine zwei Seiten Prosa oder ähnliches. Das mag streng klingen, aber wer sich als Berater bewirbt, der muss in der Lage sein, einen klaren Gedanken zu formulieren und sich zu positionieren. 

    Wie geht es weiter, wenn ein Bewerber mit Anschreiben und CV überzeugt?

    Ich bekomme das ganze Jahr über Bewerbungen. Nach der ersten Vorauswahl rufe ich als Personalverantwortliche die Bewerber an, um einen persönlichen Eindruck zu bekommen. Wie reagiert jemand am Telefon? Wie verbindlich kann er sein? Die Interessenten, die in die engere Wahl kommen, laden wir zu einem Gespräch mit unserer Vorstandsvorsitzenden Alexandra Groß und mir ein. In etwa eineinhalb Stunden besprechen wir die Motivation des Bewerbers und die Erwartungen, die beide Seiten aneinander haben. Bei einem etwaigen zweiten Gespräch hat der Bewerber die Chance, zukünftige Kollegen oder einen potenziellen Mentor kennenzulernen und ihnen auch noch einmal Fragen zu stellen. Dieser Termin beinhaltet außerdem eine Aufgabenstellung aus der Praxis, die der Bewerber in ein- bis eineinhalb Stunden bearbeitet. Darauf folgen eine Vorstellung der Herangehensweise und ein Feedbackgespräch sowie zu einem späteren Zeitpunkt dann die finale Zu- oder Absage. 

    Soviel zum Einstieg in die Agentur. Wie geht es denn nach dem Traineeship weiter? Werden alle Trainees übernommen?

    Ja, das ist das Ziel, schließlich wollen wir für uns ausbilden und nicht für unsere Mitbewerber ☺ Wenn wir merken, dass sich jemand nicht so entwickelt, wie wir uns das erhofft hatten – oder sich auch selbst mit dem Berater-Job identifizieren kann wie erwartet, versuchen wir darüber so früh wie möglich zu sprechen, damit nicht am Ende die Enttäuschung kommt. Das ist aber nur sehr selten der Fall. Die meisten Trainees wollen bleiben und werden dann auch übernommen. Und wenn nicht, das zeigen unsere Erfahrungswerte, dann finden sie auch ohne Probleme eine andere Stelle. 

    Zuletzt noch die Frage nach dem Geld: Wieviel verdient man als Trainee bei Fink & Fuchs – und wieviel danach?

    Trainees verdienen bei Fink & Fuchs 2.100 Euro in der Probezeit und nach sechs Monaten 2.300 Euro. Beides plus Fahrtkostenzuschuss und Vermögenswirksame Leistungen. Nach dem Abschluss wird neu verhandelt. 

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