Newsroom von komm.passion

  • 13. Februar 2018 Tobias Bruse

    Verantwortung, die hässliche Schwester der Freiheit

    Freiheit im Job. Keine festen Arbeitszeiten. Home-Office wann immer man will. Das hört sich an wie ein süßer Traum der „Generation Y“ – ein Vorteil ohne Nachteil. Doch auch die Freiheit kann für so manchen eine sehr hässliche Seite haben: die Verantwortung.

    Die Flexibilisierung des Berufsalltags ist in Deutschland angekommen. So auch bei uns, der Kommunikationsberatung komm.passion, für die ich nun seit knapp vier Jahren arbeite. Hier gibt es keine festen Arbeitszeiten, Home-Office ist längst fester Bestandteil der Kultur. Natürlich: Im Arbeitsvertrag ist ein Stundenkontingent verankert. Wie dieses ausgefüllt wird, bleibt aber jedem Mitarbeiter selbst überlassen. Die Arbeitszeit ist völlig liberalisiert.

    Aber wie sorgt eine Agentur wie komm.passion dann dafür, dass „der Laden läuft“? Schließlich sind die Mitarbeiter mit derart vielen Freiheiten ausgestattet, dass sie nicht mehr „von oben“ kontrolliert werden können und sollen.

    Aus großer Freiheit folgt große Verantwortung

    Die Antwort ist denkbar simpel: Der Laden läuft, wenn die Projekte laufen und die Kunden zufrieden sind. Und wer ist für Projekte und Kunden verantwortlich? Die Mitarbeiter, also auch ich. Freiheit und Flexibilität führen unweigerlich auch zu einem höheren Maß an Verantwortung – für die eigenen Aufgaben und Projekte. Als Mitarbeiter muss man liefern, ohne dabei ständig an der Hand gehalten zu werden. Schwimmflügel gibt es also nur bedingt. Das gilt für Berater und Senior-Berater ebenso wie für Trainee und Junior-Berater.

    Basis dafür ist das laterale System der Agentur. Starre Teamaufstellungen wurden durch flexible, disziplin- und standortübergreifende Arbeitsgemeinschaften ersetzt. Sogenannte Project Owner (PO) betreuen einzelne Kunden- und Neugeschäftsprojekte und haben die kaufmännische Verantwortung für die jeweilige Etatführung und die Ressourcenplanung. Eine bestimmte Position auf der Karriereleiter ist dafür nicht Voraussetzung, PO kann jeder in der Agentur sein, vom Geschäftsführer bis zum Trainee. Teamleiter gibt es daher nicht mehr; die Zwischenebene wurde komplett abgeschafft.

    Vor allem für junge Mitarbeiter bringt diese Arbeitsweise große Chancen, von denen auch ich profitiert habe. Denn schon ein Trainee oder Junior kann  bei komm.passion selbst für ein Projekt verantwortlich sein, muss Kollegen Aufgaben zuteilen, sich mit einem erfahrenen Partner (Supervision) abstimmen und dafür sorgen, dass  der Kunde zufrieden ist und das Projekt erfolgreich wird. Das ist dann wie beim Schwimmen ohne Schwimmflügel – man ist beweglicher und schneller, aber muss auch selbst darauf achten, sich über Wasser zu halten.

    Hässlich oder wunderschön?

    Der Knackpunkt: Mit einem solchen Maß an Verantwortung kommt nicht jeder Mensch zurecht. Verantwortung muss man aushalten können. Auch als Mitglied der „Generation Y“. Wer das nicht kann, wird Freiheit nicht ausschließlich als süßen Traum kennenlernen. Wer lieber mit Schwimmflügeln ins Wasser geht, wird echte Freiheit wohlmöglich sogar niemals kennen lernen – weil er von ihrer hässlichen Schwester abgeschreckt wird: der Verantwortung.

    Ist Freiheit jetzt also schlecht? Sollten wir die Eigenverantwortung abschaffen? Nein! Denn wer gerne Verantwortung trägt, braucht die Freiheit. Wer einen Schwimmwettkampf gewinnen möchte, schwimmt ohne Schwimmflügel. Wer selbstbewusst ist und mit Druck umgehen kann, der wird schneller und erfolgreicher Karriere machen. Ich selbst habe die Verantwortung  als die schöne Schwester der Freiheit kennen und lieben gelernt. Und vom ersten Tag an von ihr profitiert.

    Von Tobias Bruse,

    Berater bei komm.passion. Ich habe an der Westfälischen Hochschule Journalismus und PR studiert und bin 2014 als Trainee in die Agentur gekommen. Ich mache nebenberuflich meinen Master in Integrierter Kommunikation an der Donau-Universität in Krems. 

Den Agenturalltag habe ich vom ersten Tag an zu schätzen gewusst: Durch die Arbeit in immer neuen Projekten, mit unterschiedlichen Kunden in unterschiedlichen Branchen, bleibt es einfach spannend. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen. Und ich mag Herausforderungen.

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