Newsroom von DKM - Die Karrieremacher

  • 20. November 2018 Thomas Zimmerling

    Mentoring – Tipps und Tricks

    Der Erfolg eines Mentorings hängt nicht zuletzt von der Auswahl des richtigen Programms ab. Es gibt eine Reihe von Anbietern für Mentorings. Grundsätzlich lassen sich Angebote unterscheiden, die gemeinnützig und häufig staatlich oder durch Spenden finanziert sind, sowie kommerzielle Angebote. Von Dritten finanzierte Programme verfolgen häufig bestimmte – am Gemeinwohl orientierte – Interessen, wie beispielsweise die Förderung von Frauen in Führungspositionen. Sie sind für die Mentees in der Regel mit keinen oder sehr geringen (dreistelligen) Kosten für die gesamte Laufzeit verbunden. Da sich nicht jeder für ein solches Programm qualifizieren kann, werfen wir einen Blick auf die kommerziellen Angebote. Bei diesen kommt es darauf an, ob man sie selbst in Anspruch nimmt oder ob die eigene Organisation das Mentoring für Dich als MitarbeiterIn einkauft. Im letzten Fall ist es in der Regel für Dich kostenfrei; für das Unternehmen jedoch pro Person mit deutlich vierstelligen Kosten verbunden. Unternehmen verfolgen mit einem Mentoring ebenfalls häufig einen Zweck; beispielsweise die Integration neuer Mitarbeiter. Freie Anbieter sind häufig im Bereich Karriere und Beruf zu finden. Analog stattfindende Programme sind im vierstelligen Bereich zu finden, digitale Programme kosten über die Laufzeit einen hohen dreistelligen Betrag. Ein gutes Indiz für die Qualität eines Programms ist die Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Mentoring. Leider sind hier nur sehr wenige frei zugängliche kommerzielle Angebote zertifiziert, und für digitale Angebote gibt es noch keinen eigenen geeigneten Kriterienkatalog zur Zertifizierung.

    Jenseits aller definierbaren Qualitätskriterien gilt jedoch: Viele Mentoring-Beziehungen laufen informell ab und sind trotzdem sehr erfolgreich. Offenbar kommt es weniger darauf an, ob Mentees und Mentoren im Vorfeld ordentlich geschult wurden und ein bestimmtes Handwerkszeug beherrschen. Anscheinend finden sich einfach die passenden Menschen und kommen zu erstaunlich guten Ergebnissen in ihrem Tandem.

    Dessen ungeachtet lassen sich einige allgemeingültige Tipps für Mentoring-Beziehungen identifizieren – seien es informelle oder reguläre.

    1. Beim Kennenlernen – Studien zeigen, dass von der Chemie zwischen Mentee und Mentor ein großer Teil des Erfolgs in einem Tandem abhängt. Ob die Chemie stimmt, erweist sich wiederum beim ersten Kennenlernen, das idealerweise persönlich stattfindet, auch wenn die restliche Mentoring-Beziehung vielleicht eher digital angelegt ist. Worauf kommt es an? Du solltest Dich vor dem Treffen über den Mentor kundig machen und ihm umgekehrt einen kurzen Lebenslauf schicken. Hilfreich ist es auch, sich über die eigenen Ziele nochmals Gedanken zu machen und zu überlegen, wo der Mentor konkret helfen könnte. Wichtig ist auch der Rahmen für das erste Treffen; es sollte ruhig und ungestört ablaufen können.
    2. Die Mentoring-Vereinbarung – Wenn Mentoren und Mentees ihre Mentoring-Beziehung starten, wird nach dem Kennenlernen ein Großteil der Zeit mit der Diskussion der Mentoring-Ziele für die Mentoring-Vereinbarung verbracht. Aber was ist ein Mentoring-Ziel? Mentoring-Ziele sind die langfristigen und kurzfristigen Ziele, die der Mentee für sich selbst setzt. Das langfristige Ziel ist ein größeres Ziel, z. B. Festanstellung in einer anderen Branche. Die kurzfristigen Ziele sind „Mini“-Ziele, die bis zur Erreichung des großen Zieles erreicht werden müssen; z. B. Teilnahme an Branchenevents oder Erweiterung des Netzwerks in der gewünschten Branche. Letztlich ist der Mentee für die Festlegung der Ziele verantwortlich. Jedoch sollte er diese im Konsens mit seinem Mentor festlegen.
    3. Auf dem Weg zum Ziel – worauf es ankommt
    • Verlässlichkeit: Sowohl Mentor als auch Mentee müssen das Menoring ernst nehmen. Pünktlichkeit zu Terminen, das Erledigen anstehender und versprochener Aufgaben und die Einhaltung getroffener Absprachen sind unverzichtbar
    • Initiative: Der Mentee hat die Verantwortung für das Mentoring. Er organisiert die Gespräche mit dem Mentor, bereitet die Themen vor und nach und steuert gewissermaßen seinen Förderer. Hier darf der Mentee für die Dauer des Mentorings nicht nachlassen.
    • Rückmeldungen: Regelmäßiges Feed-back ist wichtig, insbesondere zwischen Menschen, die sich zuvor in aller Regel nicht einmal gekannt haben. Nur dann werden unterbewusst mitschwingende Probleme thematisiert und können ausgeräumt werden.
    • Motivation: Starten Sie nicht mit den größten Problemen, sondern mit den kleinen Herausforderungen, die einen schnellen Erfolg versprechen. Nichts verbindet mehr, als gemeinsam gefeierte Erfolge.

    Zu guter letzt: Was tun, wenn’s hakt?

    Der Begriff Mentoring-Beziehung sagt es schon: Mentor und Mentee entwickeln ein zwischenmenschliches Verhältnis. Besonders dann, wenn das Matching nicht gut war, die Chemie nicht gestimmt hat, und ein Mentoring-Programm nicht die Möglichkeit zum Wechseln ließ, sind Probleme vorprogrammiert. Welche Möglichkeiten haben Mentor und Mentee in einem solchen Fall?

    • Miteinander reden. Oftmals hilft es schon, ein Problem anzusprechen, um gemeinsam eine Lösung zu finden.
    • Mit Menschen sprechen, die gemeinsam mit Dir Mentee sind und setze dafür eine Art kollegiale Fallberatung auf. In aller Regel lassen sich dadurch Probleme spiegeln, verstehen und bewältigen.
    • Rat und Hilfe bei den Supervisoren bzw. Organisatoren des Mentoring-Programms suchen. Diese sind wahlweise für solche Situationen ausgebildet bzw. bringen die notwendige Erfahrung zur Bewältigung mit.
    • Wenn alles nichts hilft, um einen neuen Tandempartner bitten und das bestehende Mentoring-Verhältnis abbrechen. Ansonsten verschwenden Mentor und Mentee nur ihre Zeit.

    Grundsätzlich gilt jedoch: Jede Maßnahme, die hilft, ein Mentoring professionell zu Ende zu bringen, anstatt es abzubrechen, ist eine gute Maßnahme.

    Feedback

    Je nach Länge eines Mentorings bietet es sich an, in regelmäßigen Abständen ein Feed-back zwischen Mentor und Mentee anzuberaumen. Dabei geht es um

    • Treffen & Kommunikation
    • Erwartungen & Feedback
    • Karriere-Entwicklung
    • Fachliche Unterstützung
    • Persönliche Unterstützung
    • Zielerreichung

    Idealerweise endet für Mentor und Mentee die Arbeit im Tandem nicht mit dem Feed-back und dem Abschlusstreffen. Die meisten Mentoring-Beziehungen, die wir kennen, dauern über die eigentliche Zeitspanne hinaus an. Freundschaften, Kooperationen; immer aber große Wertschätzung sind daraus geworden. Ein regelmäßiger Anruf, eine Nachricht, ein Glückwunsch zum Geburtstag oder Grüße zum neuen Jahr – alles Gelegenheiten, den Kontakt aufrecht zu erhalten und sich über die neuesten Entwicklungen auszutauschen und auf dem Laufenden zu halten.

    Und die Erfahrung lehrt: Wer einmal Mentor gewesen ist, wird automatisch zum Wiederholungstäter. Aus Begeisterung an der Sache und an den Menschen. Und die Mentees? Sie stellen fest, dass ein Mentor in nahezu jeder Lebensphase eine gute Sache ist.

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