Newsroom von fischerAppelt

  • 8. Juli 2015 HR-Team

    #mediatalk: Stelldichein der Content-Profis

    Kai Gniffke, Guiseppe di Grazia, Stefan Weigel und Andreas Fischer-Appelt auf dem Podium beim #mediatalk von fischerAppelt.

    In der digitalen Welt gibt es Content im Überfluss. Deshalb wird es für Medien immer schwieriger, auf sich aufmerksam zu machen. Eine Entwicklung, die ebenso wenig vor Unternehmen Halt macht. Auch sie müssen neue Wege finden, um ihre Kunden zu erreichen. Bei unserem #mediatalk diskutierten Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD aktuell, Guiseppe di Grazia, stellvertretender Chefredakteur des Stern, Stefan Weigel, stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post, und Agenturgründer Andreas Fischer-Appelt darüber, wie diese Wege aussehen könnten.

    Blendle und Instant Articles: Fluch oder Segen?

    Neu ist nicht schlimm, aber alt ist auch nicht schlecht – so die Quintessenz der Podiumsdiskussion. „Wir probieren viel aus, um Content an unsere Leser zu bringen“, sagte di Grazia. Deshalb vermarktet der Stern seine Inhalte nicht nur über die sozialen Netzwerke, sondern verkauft auch einzelne Artikel im Online-Kiosk Blendle. Ebenso verlässt sich Stefan Weigel schon längst nicht mehr auf klassische Distributionswege: „Menschen unter 30 brauchen keine Tageszeitung mehr. Wir wollen unsere Inhalte verkaufen – also sind wir froh, dass es Möglichkeiten wie Blendle gibt.“ Auch beim Thema Instant Articles galt für die Podiumsteilnehmer die Devise: Keine Angst vor Neuem! „Ich finde, man sollte sich auch diesem Thema mit Offenheit nähern. Mein Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich zu informieren und deswegen probiere ich jeden Weg aus. Zweifelhaft ist nicht die Idee, sondern lediglich der Partner“, sagte Gniffke.

    Periscope: Berichterstattung in Echtzeit vs. Relevanz

    In erster Linie wollen Konsumenten von Nachrichten direkt und schnell informiert werden. Häufig greifen sie dabei auf Altbewährtes wie klassische Newsseiten zurück. Immer öfter aber wird der Leser oder Zuschauer selbst zum Content-Produzenten. Mithilfe von Periscope oder Meerkat kann er Ereignisse in Echtzeit übertragen oder seine Eindrücke auf sämtlichen Netzwerken posten. Was bedeutet das für Blattmacher eines Wochenmagazins oder einer Tageszeitung? „Wir planen das Heft die Woche über immer wieder neu“, sagte di Grazia. „Wenn wir am Montag am Kiosk erscheinen, sind viele Geschichten bereits erzählt worden. Deshalb schauen wir ständig, was bei Facebook und Twitter läuft und was die großen Tageszeitungen bringen. Nur so können wir uns von anderen unterscheiden.“

    Facebook, Twitter und Co. als Gradmesser für Relevanz

    Somit sind soziale Medien wie Facebook und Twitter nicht nur Vermarktungsinstrumente, sondern neben Google auch ein Gradmesser dafür, welche Themen später noch – also in der Tagesschau oder auf bedrucktem Papier – gut laufen könnten. „Der Dialog mit den Lesern auf den sozialen Netzwerken und die Auswertung des Traffics auf unserer Internetseite zeigen uns, was die Menschen bewegt“, sagte di Grazia. So ist zum Beispiel das Magazin Crime, der neueste Zuwachs der Stern-Familie, entstanden. „Crime-Geschichten sind online immer sehr gut gelaufen. Das Heft war also die logische Konsequenz“, sagte di Grazia. Auch für die Bewertung von Relevanz lässt sich die digitale Welt nutzen. „Bei uns haben schon hin und wieder jung und alt in der Redaktion Themen unterschiedlich bewertet. Über Facebook und Twitter wird schnell transparent, welches Thema gerade besonders diskutiert wird“, sagte Gniffke. Auch für Unternehmen ist der direkte Dialog mit dem Kunden über Facebook und Twitter eine große Chance. „Dabei geht es nicht nur darum, ein Produkt zu verkaufen, sondern auch die Chance, offen zu kommunizieren“, sagt Andreas Fischer-Appelt.

    Resumée

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