Newsroom von Young PR Pros

  • 31. Mai 2019 Julia Bröder

    „Manchmal muss man vom Weg abkommen, um nicht auf der Strecke zu bleiben“ oder: “Nur die Smarten kommen in den Garten”

    Am 6. Juni ist in Hamburg wieder Digital Kindergarten. Das Event findet zum dritten Mal statt und hat sich als spannender Treffpunkt für innovative Technologien und digitale Marketingtrends etabliert. Jan-Christoph Öhlenschläger ist seit Herbst 2018 Head of Content und damit so etwas wie der Anchorman des Digital Kindergarten.

    Jan, aus welcher digitalen Ecke kommst du, dass achtung! dich im vergangenen Jahr zum Head of Content für den Digital Kindergarten gemacht hat?

    Ich komme eben aus keiner bestimmten Ecke, sondern habe einfach einen kunterbunten Lebenslauf und hatte zudem das Glück, dass ich in den letzten Jahren irgendwie immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen bin. Ob Dating-Portale, Nachhaltigkeit, Vegan, Fitness oder Digitalisierung – jedes Mal, wenn ein Trend groß geworden ist, war ich gefühlt kurz vorher „aus Versehen“ da. Das Entscheidende ist aber, dass ich die Dinge einfach gemacht habe. Ich muss ja selbst kein Veganer, Fitnessjunk oder überkrasser Digitalexperte sein, um geilen Content zu produzieren und gute Geschichten zu erzählen. Das Geheimnis ist, überall dabei zu sein, ohne irgendwo dazuzugehören. Natürlich interessiere ich mich aber auch privat für digitale Trends und alles, was irgendwie neu ist, und ich kann nicht leugnen, dass mein Interesse seit meiner Tätigkeit als Digital-Kindergärtner noch einmal enorm gestiegen ist. Man steigert sich halt rein, das habe ich immer schon so gemacht. Ich stehe nun mal auf Herausforderungen und habe schon früh erkannt, dass man manchmal vom Weg abkommen muss, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Vermutlich ist die Wahl auf mich gefallen, weil ich mehrere Aufgabenbereiche gleichzeitig abdecken kann und mein Kopf eine perfekte Werbefläche für die DK-Cap darstellt.

    Warst du wirklich immer „aus Versehen“ da? Oder: Wie wird man zum Trendsetter?

    Ich würde mich nicht als Trendsetter bezeichnen, maximal als Trend Scout. Hättest du mich vor einem Jahr gefragt, hätte ich gesagt: „Ich bin Texter, Redakteur, Autor, Kreativ-Konzepter und Producer.“ Jetzt gerade würde ich mich als Content Creator und Trend Scout bezeichnen. Ich habe mir selbst nie viel aus Jobtiteln gemacht. Selbiges gilt übrigens auch für Redaktionen und Agenturen. Stattdessen habe ich oft direkt bei Unternehmen angeheuert und als Texter, Content-Experte oder Social-Media-Berater und Strategist gearbeitet. Ich war immer schon viel unterwegs, bin gerade in meiner Zeit als Freelancer viel rumgekommen und war mir für fast nichts zu schade. Einige meiner wilden Freelancer-Erfahrungen habe ich übrigens auch mit meinem Kollegen Julian Schöneich in der Webserie „Freelancers“ verarbeitet, die sogar zweimal für die Seriale nominiert wurde. Außerdem denke ich auch, dass es wichtig ist, früh anzufangen. Auch wenn ich während meines Studiums nicht wusste, was ich später genau machen will, habe ich dennoch viel rumprobiert – als Texter, Redakteur oder Marketingmädchen für alles gearbeitet, und zwar in den unterschiedlichsten Bereichen. Einmal habe ich neben dem daily Business in einem Jahr für jemanden eine Master-Arbeit und sogar als Ghostwriter an einem Bestseller mitgeschrieben.

    Jetzt wollen wir natürlich wissen, an welchem!

    Dazu darf ich mich leider nicht äußern.

    Wie kommt man an solche Aufträge?

    Bei mir waren das fast immer Empfehlungen. Wenn du über einen längeren Zeitraum konstant gute und vor allem zuverlässige Arbeit leistest, hast du dir irgendwann ein kleines Netzwerk aufgebaut, und die Menschen bewerben sich bei dir und nicht umgekehrt. Bevor es soweit ist, darf man sich aber auch, wie gesagt, für nichts zu schade sein. Als Student ist mir zum Beispiel mal aufgefallen, wie schlecht all die Broschüren der Nagelstudios und kleinen Restaurants hier in Hamburg waren. Denen habe ich dann einfach proaktiv neue Flyer angeboten.

    Das war aber doch keine Referenz für den Job beim Digital Kindergarten?

    Was ich damit deutlich machen will: Es bringt nichts, sich zum Beispiel im Studium zu sehr auf die Theorie zu konzentrieren und seine Karriere fein säuberlich nur auf dem Papier zu planen. Man muss auch einfach mal was wagen und sich auf Dinge einlassen. Lasst euch das von jemandem gesagt sein, der zwei Jahre lang Schminktipps und Gartenratgeber für ältere Frauen geschrieben hat und am Ende sogar großen Spaß daran hatte. Manchmal muss man halt die Zähne zusammenbeißen. Sonst ist man am Ende des Studiums Bachelor oder Master of Hartz statt Arts.

    Sprichst du da aus Erfahrung?

    Total! Ich habe angewandte Kulturwissenschaften in Lüneburg studiert und direkt nach dem Bachelor ein Volontariat in einem kleinen Hamburger Verlag gemacht statt einen Master dranzuhängen. Das Volo hat mir gar nicht gefallen und ich ärgere mich heute noch darüber, dass es hierzulande keinen einheitlichen Ausbildungsstandard für Volos gibt, an den sich alle Betriebe gesetzlich halten müssen. Trotzdem habe ich es durchgezogen.

    Hättest du aus heutiger Sicht doch lieber erst mal einen Master gemacht?

    Nicht unbedingt. Ich finde, ein Master ist kein Muss, um in der Kommunikationsbranche anzufangen. Jedenfalls würde ich als Arbeitgeber eher einen Bachelor mit viel Praxiserfahrung einstellen als einen Master, der noch nie im Tagesgeschäft unter Druck an einem Projekt mitgearbeitet, geschweige denn irgendwelche Erfahrungen vorzuweisen hat.

    Hättest du sonst etwas anders gemacht in den ersten Berufsjahren?

    Vielleicht bin ich etwas zu naiv in die Selbständigkeit gestartet. Ich meine nicht, dass die Selbständigkeit nach dem Studium keine Option ist – ganz im Gegenteil. Aber ich würde jungen Leuten schon sehr dazu raten, sich ein bisschen besser zu informieren und einen genauen Plan zu machen, bevor sie sich selbstständig machen.

    Jetzt bist du wieder fest angestellt. Was machst du in deinem Job genau und was reizt dich daran?

    Ich führe ein Doppelleben. Zum einen bin ich Content Manager bei achtung!, zum anderen bin ich für alle Inhalte rund um den Digital Kindergarten verantwortlich, betreue die Social-Media-Kanäle, entwickle neue Formate, produziere Text, Bild-, Audio- und Video-Content, berichte über die Digital- und Tech-Branche und stehe dabei vor und hinter der Kamera. Das Reizvollste sind auf jeden Fall die spannenden Menschen, die ich dabei treffe, und die zum Teil verblüffenden Dinge, die ich dabei lerne. Ich darf mit Pionieren und Vorreitern aus so Themenbereichen wie Smart Home, Smart City, Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren oder Robotics sprechen und einen Blcik in die Zukunft werfen – wer würde das nicht spannend finden?

    Was ist das größte Learning, das du dabei bisher mitgenommen hast?

    Dass man sich nicht von der vermeintlichen Sexyness bestimmter Branchen blenden lassen darf. Oder andersherum: Es gibt Branchen, die auf den ersten Blick vielleicht etwas angestaubt wirken, die in Sachen Digital Marketing aber ganz vorne mit dabei sind. Die eigene Labs oder Innovation Hubs und Hackathons starten und sich untereinander vernetzen, um sich gegenseitig zu befruchten. Letztlich geht es ja immer ums Netzwerken, und wenn das Netzwerk steht, muss man es zu einem Nutzwerk machen. Darüber hinaus habe ich als passionierter Oldschooler natürlich auch eine Weisheit fürs Leben gelernt: Entweder man geht mit der Zeit oder man geht mit der Zeit.

    All diese Themen werden sicherlich auch beim Digital Kindergarten am 6. Juni eine Rolle spielen. Was erwartet die Zuschauer noch?

    Vorträge von spannenden Leuten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Und trotzdem wollen sie alle irgendwie dasselbe. Ob Talkrunden mit Marcell Jansen und Nico Rosberg oder zukunftsweisende Vorträge von Wissenschaftlern, volltätowierten Marketing-Rockstars und Experten in Sachen Technologie und Digital Marketing – da ist wirklich für jeden was dabei. Außerdem kann in 60 Tech-Spielecken alles ausprobiert werden und es gibt keine langweiligen Messestände, wo einem lediglich eine Visitenkarte in die Hand gedrückt wird. Wir haben Workshops zu Themen wie Design Thinking, Roboting und Coding, einen einzigarten Gadget Garden mit VR-Kickertischen, smarten Kletterwänden, Drohnenrennen und jeder Menge Gamification und ein großartiges Unterhaltungsprogramm mit vielen Überraschungen. Es wird also nie langweilig und man trifft viele alte und neue Freunde.

    Welchen Benefit können Young Professionals aus der Kommunikationsbranche neben dem inhaltlichen Input mitnehmen?

    Wir richten uns als Veranstalter in erster Linie an Entscheider und verstehen uns als Mix aus Conference, Spielwiese und Testlabor mit Festival-Charakter. Es werden also viele Agenturchefs, Manager und Führungskräfte aus coolen Unternehmen da sein. Ebenso Influencer und über 70 Medien – die dürfen natürlich gerne angesprochen werden. Wer weiß, vielleicht ergibt sich aus so einem Kontakt ja die Option auf eine erste Stelle oder der Start einer steilen Karriere? In diesem Sinne: Nur die Smarten kommen in den Garten!

    Über unser YoungPRPros-Netzwerk laden wir zehn Studierende zum Digital Kindergarten am 6.6. in Hamburg ein. Ihr wollt dabei sein? Schreibt uns!

     

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