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Uwe Schmidt, Vorstand Industrie-Contact AG, Hamburg



Uwe Schmidt ist Vorstand der PR-Agentur Industrie-Contact AG in Hamburg. Hier beantwortete er fünf Fragen zum Thema Karriere.

Herr Schmidt, worauf sind Sie stolz?
-> Darauf, dass ich mir alles selbst erarbeitet habe. Ich komme aus einfachen Arbeiterverhältnissen, bin sozusagen den Gerhard Schröder-Weg gegangen. Das hat immer permanente Lernbereitschaft bedeutet: in der Schule, an der Universität, im Beruf. Darüber hinaus musste ich mich in neue soziale Strukturen einfinden sowie Beziehungsnetzwerke von Grund auf entwickeln. Es gab keinen Sugar Daddy (allerdings sehr gute Eltern mit viel Liebe und Aufopferungsbereitschaft), keine Erbschaft, nur mich und den Willen, mein Leben selbstständig in die Hand zu nehmen. Dabei spielte der Begriff „Karriere“ keine Rolle. Karriere war letztlich nur ein „Spin-off“-Effekt meiner neugierigen Lebensführung.

Was war Ihr Schlüssel zum Erfolg?
-> Rückwärts betrachtet waren meine Neugierde und permanente Lernbereitschaft, Beharrlichkeit und Fairness ausschlaggebend. Mich hat nie interessiert, auf meinem Weg andere auszuschalten. Im Gegenteil: Ich habe anderen viel zu verdanken, weil ich von ihnen lernen konnte. Das war von meiner Seite eher partnerschaftlich als von „Konkurrenzeleien“ geprägt.

Was würden Sie heute anders machen?
-> Ich glaube, nicht viel. Ich habe mir zum Beispiel viel Zeit fürs Studium genommen. Dies war eine prägende Zeit für mein ganzes Leben, die ich nicht missen möchte. Ich halte wenig vom heutigen Turbo-Abi und Turbo-Studium, um dann ganz schnell in einen tollen hochdotierten Job zu kommen. Aus solchen Lebensläufen entwickeln sich nur schwerlich echte Persönlichkeiten. Wir brauchen aber mehr denn je in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft Persönlichkeiten statt Kurzzeitdenker und - entscheider. Dafür sind die Herausforderungen einfach zu groß.

Was raten Sie Young Professionals?
-> Ich rate ihnen dringend, nicht dem Generation X-Phänomen zu erliegen - bestehend aus permanenter Sprunghaftigkeit, Ungeduld, und dem Wunsch, immer alles sofort haben oder erreichen zu wollen. Wofür dieses Hetzerei? Das Berufsleben ist lang. Dafür braucht man einen langen Atem. Sonst sehen die Young Professionals mit 40 ziemlich alt aus.

Was wollen Sie noch erreichen?
-> Ich möchte mein internationales Public Relations Global Network (www.prng.com), das inzwischen aus 40 unabhängigen, inhabergeführten Agenturen auf allen Kontinenten besteht, noch weiter ausbauen. Darüber hinaus möchte ich meine PR-Agentur Industrie-Contact AG (www.ic-gruppe.com) bis 2015 Schritt für Schritt durch nationale und internationale Kunden so vergrößern, dass wir stärker als bisher als attraktiver Player auf dem Markt wahrgenommen werden. Schließlich bin ich seit fast 20 Jahren als Mitarbeiter und seit fünf Jahren als Vorstand des Kinderhilfswerk Dritte Welt e.V. (www.khw-dritte-welt.de) tätig, das in zehn Ländern aktiv ist. Wir haben noch so viele Projektpläne für die wir viele Spenden benötigen. Wir entwickeln daher gerade ein Fundraising-Konzept, um unsere Einnahmenstruktur zu verbessern.

Abschließend kann ich nur sagen: Mein Leben bleibt spannend.

Kurz-Lebenslauf von Uwe Schmidt
Studium Theologie und Sozialwissenschaften in Marburg, Hamburg und Montpellier, von 1987 bis 1989 Freier Redakteur bei Radio Hamburg und Deutsches Sonntagsblatt, seit 1993 Vorstand bei der Industrie-Contact AG in Hamburg.

 

 

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