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  • 4. April 2016 Katja Unali

    Britta Wirtz, Karlsruher Messe- und Kongress GmbH

    DER STECKBRIEF

    Name + Alter: Britta Wirtz, 44 Jahre

    Aktuelle Position: Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH

    Personal- und Budgetverantwortung: rund 130 Beschäftigte; Gesamtumsatz rund 30 Mio. Euro

    Frauenanteil unter den Mitarbeitern: rund 60 %

    DAS INTERVIEW

    PR Career Center: Wie alt waren Sie, als Sie Ihren ersten Job mit Führungsverantwortung bekommen haben, und was war das für eine Stelle?

    Britta Wirtz: Im Sommer 1996 startete ich in die Messewirtschaft. Das erste Messeprojekt durfte ich in 1998 übernehmen und damit neben Budget- auch Personalverantwortung.

    PR Career Center: Was hat Ihnen auf Ihrem Karriereweg besonders geholfen, auf Spitzenpositionen zu kommen?

    Britta Wirtz: Beharrlichkeit, Selbstvertrauen und ein Ziel vor Augen zu haben. Natürlich gehören Lernwille, Optimismus und Fleiß sowie Überzeugungskraft ebenso dazu. Eine Fähigkeit, sich selbst zu vermarkten, ist unerlässlich.

    PR Career Center: Haben Sie das Gefühl, dass Sie für diese Karriere persönlich viel opfern mussten?

    Britta Wirtz: Die Frage ist anders zu stellen: Wie fühlt man sich? Wäre man glücklicher, wenn es anders wäre? Was muss ich ggf. ändern, um mich besser zu fühlen?

    PR Career Center: Glauben Sie, dass es für Frauen speziell in Kommunikationsberufen leichter ist, Karriere zu machen, als in anderen Arbeitsfeldern oder Branchen, und wenn ja, woran liegt das?

    Britta Wirtz: Es mag sein, dass in anderen Arbeitsfeldern, in denen der Frauenanteil niedriger ist, die Karrieremöglichkeiten stärker unter Männern ausgemacht werden.

    PR Career Center: Wie setzen Sie sich in reinen Männerrunden durch? Was ist Ihr ‚Trick‘?

    Britta Wirtz: Gut vorbereitet sein, Beharrlichkeit, starke Argumente, Gegenleistungen anbieten, Vorteile offerieren.

    PR Career Center: Haben Sie den Eindruck, dass es genug führungswilligen weiblichen Nachwuchs gibt oder könnte man hier noch stärker motivieren, mehr Anreize schaffen oder ähnliches?

    Britta Wirtz: Wir befinden uns in einem gesellschaftlichen Wandel. Das Ziel, Karriere zu machen, ist für viele junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gar nicht mehr so sehr der Fokus. Sinnvolle Projekte umzusetzen, ein Gleichgewicht von Arbeit und Umfeld ist für viele besonders wichtig. Der Status im Sinne von Hierarchie und Verantwortung hat an Wichtigkeit generell eingebüßt. Damit auch das Statussymbol. Ob das besser oder schlechter ist, möchte ich nicht beurteilen. Es ist schlicht anders und muss sich in der Arbeitswelt noch systemisch etablieren.

    PR Career Center: Möchten Sie dem (weiblichen) Führungs-Nachwuchs noch einen Ratschlag mit auf den Weg geben?

    Britta Wirtz: In mein Poesiealbum schrieb mir eine damalige Klassenkameradin:

    Blüh wie das Veilchen im Moose,
    sittsam, bescheiden
    und nicht wie die stolze Rose,
    die immer bewundert will sein.

    Ich habe auf das Veilchen gepfiffen.

    Dieses Interview stammt aus dem Frühjahr 2016 und ist Teil unserer Serie von Interviews mit Frauen in Führungspositionen. Alle weiteren Interviews findest du hier.
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