Newsroom von SCRIPT Communications

  • 29. Juni 2015 Script Communications

    Auch Terroristen können Content Marketing

    Nachlese zum „kommoTalk“ in Mainz

    Wie schafft man den viralen Hit? Was ist gutes Content Marketing? Was sind gute „Best Cases“, von denen ich mir vielleicht etwas abschauen kann? Das hab ich mich schon im Studium immer wieder gefragt. Und am Ende kann dann auch keiner so wirklich erklären, warum Edeka mit Supergeil so erfolgreich war. Ist eben passiert.

    Seit ich bei SCRIPT Communications mit Sascha Stoltenow zusammenarbeite, weiß ich, dass auch Organisationen gutes Content Marketing machen, die ich bisher noch nicht auf dem Schirm hatte: terroristische Organisationen. Mal ein ganz anderer Blick – und eigentlich ein gutes Thema für einen kommoTalk. Früher war ich selbst bei kommo aktiv und immer froh um exotische Themen, die nicht im Studienalltag schon tausendfach vorkommen.

    „Content-Krieg im WWW – was Kommunikatoren von Terroristen lernen können“ war der Titel von Saschas Vortrag bei kommoguntia, der studentischen PR-Initiative der Uni Mainz. Er spricht über die Kommunikationsstrategien der ISIS, zeigt Bildmaterial und Videos. Immer mit der Prämisse, die Grausamkeit nicht zu sehr zum Thema werden zu lassen. Ob Employer Branding, Corporate Publishing oder Follow-me-around-Videos – terroristische Organisationen bedienen sich der gleichen Formate und Strategien, wie andere Organisationen auch. Sie gehen dabei äußerst professionell vor und erreichen ihre Zielgruppe.

    Grenzenloser Content-Krieg
    Dass die Videos von der Gestaltungsqualität und den Stilmitteln sich kaum von denen von BMW, Mercedes und Co. unterscheiden, bestätigte auch ein Zuhörer aus dem Publikum, der schon viele Jahre in der Film/Video-Produktion arbeitet. In der Diskussion zeigt sich dann, dass ich nicht ganz daneben lag: auch viele andere Studenten waren überrascht, wie stark die ISIS Content Marketing betreibt – und wie professionell. Ein eigenes Medienhaus, starke Präsenz bei Twitter und Facebook, eigene Plattformen, mehrsprachige Magazine und Videos – orientiert an populären Filmen und Videospielen. Die ISIS versorgt ihre Zielgruppe über ein starkes Netzwerk mit Content.

    Und was können wir jetzt von Terroristen lernen? Zuerst einmal ist klar, dass es in der digitalen Welt keine Grenzen mehr gibt. Jeder Akteur kann die vorhandenen Kanäle für seine Zwecke nutzen oder sogar gezielt neue Kanäle aufbauen. Dabei sind die Inhalte, wie grausam sie auch sein mögen, für jeden zugänglich und können weltweit rezipiert werden. Außerdem stellen wir fest, wie wichtig der ungehinderte Zugang zu freien Medien ist. Das medial vermittelte Bild der ISIS zeigt zwar reale Ereignisse, diese sind aber dennoch von der Realität entkoppelt. Ein wirklich umfassendes Bild der Wirklichkeit bietet sich dem Publikum erst durch freie Presse. Und: Die ISIS agiert völlig losgelöst von externen Erwartungen, was ihre Kommunikation im Kern nihilistisch macht. Unternehmen und andere Institutionen hingegen sind in ein komplexes Netzwerk von Stakeholdern eingebunden und werden daran gemessen, deren Erwartungen zu erfüllen.

    Bei Wein, Wasser und Häppchen ging es im Anschluss an den Vortrag um Ausbildung und Berufseinstieg – wenigstens hier war ich nicht überrascht. Was Sascha Stoltenow den Studenten rät, das sagt er bei kommoguntiaTV.

    Verfasst von Renate Sommer

     

    Sascha Stoltenow beim Vortrag

    Sascha Stoltenow spricht über Content-Krieg beim kommoTalk.

    Studierende im Gespräch

    Im Austausch mit Studierenden bei Wein, Wasser und Häppchen.

     

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