Newsroom von Ketchum Pleon

  • 12. August 2015 Ketchum Pleon

    5 Kommunikationstrends aus Cannes (Teil 1)

    Was uns die diesjährigen Cannes-Gewinner verraten:

     

    Wie zieht man Erkenntnisse für die eigene Arbeit aus dem Cannes Lions Kreativfestival? Nach einer Woche Kampagnendruckbetankung zwischen 12.000 Teilnehmern und 500 Talks starten wir eine kleine Berichterstattung, die sich fünf Trends widmet, die auch für die Arbeit am heimischen Schreibtisch und für das nächste Brainstorming interessant sind.

    Nach einer Woche im ständigen „Fear of Missing Out“ hier unsere Top 5 aus Cannes:

     

    Hacking Platforms:
    Unter „Hacking“ wird normalerweise die kreative und teils einfache, mitunter experimentelle Lösung oder auch Adaption und Veränderung von Software bezeichnet. Nicht nur in Bezug auf IKEA-Produkte sondern auch in der Kommunikationsbranche schleicht sich der Begriff seit einiger Zeit für experimentelle und durchaus ungewöhnliche Kommunikationsaktionen ein, die nicht unbedingt ein großes Budget, aber einen mehr als intelligenten Kniff vorweisen. Ein vergleichbares Phänomen ist bei vielen Cannes-Einreichungen zu beobachten. Statt des großen Wurfs mit Hilfe von technologischen Innovationen wie z.B. das BA-Plakat am Picadilly Circus oder UTECs portable water billboard geht es hierbei eher um die „Umwidmung“ bzw. das „RePurposing“ von existierenden Plattformen oder Nutzungsgewohnheiten. Das Rad wird nicht neu erfunden sondern es wird als Tisch oder Grill verwendet, um in einer etwas hinkenden Analogie zu bleiben. And here are the nominees:

     

    • Volvo kaperte mit seiner Kampagne “Interception” den der umkämpften Superbowl-Aufmerksamkeit. Statt selber auf teure Spots zu setzen, lud der Autohersteller Zuschauer ein, bei jedem Spot eines anderen Autoherstellers – Volvo selber hatte keinen Spot – einen Tweet an Volvo zu schicken, um für einen geliebten Menschen einen Neuwagen zu gewinnen. Ergo: Während die Konkurrenz teure Werbung schaltete, tweeteten Zuschauer eifrig an Volvo.

     

    • Die Kampagne “Vodafone red light” nutzt unter anderem bestehende Software und App- bzw. Onlineangebote, um versteckte Botschaften an von häuslicher Gewalt betroffenen Türkinnen zu senden. Taschenlampe, Beautyblogger und andere (digitale) Gewohnheiten werden genutzt und umgewidmet. Smart:

     

    • Dominos “Order with emoji”: Hier wird die Texting-Gewohnheit der heutigen Smartphone User „gehackt“ – genauer gesagt die Kultur der Textmessage, deren Sprache oftmals aus einer Aneinanderreihung von Bildern, Kürzeln und rofls besteht. Warum also nicht genau das nutzen und kurzerhand mit einem Pizza-Emoji bei Dominos ordern? Alle andere dauert doch eh zu lange…

     

    • Die Apple iPhone World Gallery-Kampagne “hackt” das übliche Verständnis von Outdoorkampagnen – und damit gleichzeitig auch das Image von Smartphone-Kameras. Die übliche Vorgehensweise für überdimensionierte Großstadtplakatierungen (inkl. teurer Fotografen und Shooting mit Helikopter in Südafrika etc.) konterkariert Apple gekonnt, indem ausschließlich Originalbilder von iPhone6-Usern genutzt, diese individuell für bestimmte Orte ausgewählt werden und somit die erste „echte“ Weltausstellung heimischer Amateurfotografen entsteht. Auch hier geht es nicht um eine neue „Technik“ sondern den berühmten Schritt zur Seite.

     

    Für die nächste Kreativsession im eigenen Team also einfach mal die derzeitigen Mediengewohnheiten und Plattformbesonderheiten unter die Lupe nehmen und genau diese zu Nutzen machen oder eben – hacken.

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