Newsroom von PR Career Center

  • 25. Juli 2017 Nico Kunkel

    15 Jahre GlobCom-Seminar: Was Erfurter Studenten in Indien über internationale PR-Arbeit lernen

    Das Praxis-Seminar GlobCom führt KoWi-Studierende der Uni Erfurt an globale Kommunikation heran, seit mittlerweile 15 Jahren. Über zwei Semester lernen die Studierenden die Grundlagen der PR und arbeiten praktisch in internationalen Teams an einem gemeinsamen Projekt – und reisen für das Abschluss-Symposium in die Welt. Das Ziel in diesem Jahr: Indien. Elena Engel und Valerie Stopp waren dabei.

    PR Career Center: Ihr studiert Kommunikationswissenschaft in Erfurt, und vor ein paar Wochen seid ihr mit Kommilitonen für ein PR-Projekt in die indische IT-Metropole Bangalore gereist. Wie kam das?

    Elena & Valerie: Einmal im Jahr haben wir als Studierende die Möglichkeit bei einem einzigartigen internationalen Projekt mitzuwirken: das global communications project, das Studierende aus 15 Ländern von 5 Kontinenten zusammenführt. GlobCom gab es dieses Jahr schon zum 15. Mal, derzeit gibt es das Seminar nur in Erfurt. Es stellt die Studierenden vor eine besondere Aufgabe, ein internationales PR-Problem.

    PR Career Center: Wie läuft das Seminar ab?

    Elena & Valerie: Die Aufgabe kam in diesem Jahr von Carl Zeiss. Um die Aufgabe zu meistern, werden die Studierenden in sogenannte global virtual teams aufgeteilt. Auch wir haben diesmal teilgenommen und gemerkt, dass eine PR-Strategie zu entwickeln hierbei nur eine der Herausforderungen ist. Wenn so viele unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Persönlichkeiten aufeinandertreffen, wird man plötzlich mit Aufgaben konfrontiert, die wir aus unserem normalen Unialltag so noch nicht kannten. Am Ende des Projektes gibt es als Höhepunkt in einem der teilnehmenden Länder ein Symposium. Für uns ging es dieses Jahr nach Bangalore. Das war aufregend! Noch nie in Indien gewesen und plötzlich führt uns ein Uni-Seminar in ein fernes Land – für manche ein echter Kulturschock. Kühe auf der Straße, super scharfes Essen und Stromausfall bei der Abschlusspräsentation. Aber auch super viele nette Menschen von überall aus der Welt: Russland, Malaysia, Südafrika, Portugal, Australien – um nur mal einige zu nennen. Bis zu diesem Symposium haben wir ausschließlich virtuell kommuniziert und nun trafen auch wir live und in Farbe auf unsere Teamkollegen.

     

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    PR Career Center: Was ist rückblickend für die Arbeit in internationalen Teams wichtig? Drei Dinge.

    Elena & Valerie: … Aufgeschlossenheit. Gegenüber verschiedenen Menschen, Kulturen und Bräuchen. Wir haben in der Zeit gelernt wie sehr Aufgeschlossenheit hilft eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen und unter den internationalen Teamkollegen interessante Kontakte und sogar Freunde zu finden. Sowohl am Anfang in der virtuellen Welt als auch beim Kennenlernen in Bangalore ist man sich natürlich unsicher wie die anderen Teilnehmer so drauf sind und ob die Zusammenarbeit klappt. Beherzt auf die Anderen zu zugehen hat in beiden Fällen gut geholfen das Eis zu brechen.

    Kreativität. Denn die wurde in allen Bereichen von uns verlangt. Sei es bei der Entwicklung der Ideen, der Gestaltung der Präsentationsfolien oder auch während des Vortrags, als plötzlich Stromausfall war und weder der Beamer noch das Mikro funktionierten.

    Wissen über Andere. Wir haben gemerkt, dass Vorurteile am Anfang durchaus Hilfreich seien können, um das unbekannte Gegenüber besser einschätzen zu können und die Erwartungshaltung anzupassen. Natürlich wurden einige während des Projekts widerlegt (es gab Gruppen mit top organisierten Spaniern und chaotischen Deutschen), aber viele wurden auch bestätigt. So wollten sich die Teammitglieder aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht lange mit der Hintergrund-Recherche beschäftigen, sondern gleich mit innovativen Ideen vorpreschen. Und wir haben gelernt, dass ein „Ja“ der Inder genauso gut ein „Nein“ oder „Vielleicht“ seien könnte. Zu wissen, dass man den eigenen Standard nicht als Ausgangspunkt nehmen kann, hat uns geholfen uns besser auf andere Nationalitäten einlassen und uns einige Enttäuschungen erspart.

    PR Career Center: Welche Erwartungen an das Seminar und die Indien-Reise haben sich erfüllt, welche nicht?

    Elena & Valerie: Nach dem wir im ersten GlobCom-Semester vieles über PR gelernt hatten, waren wir gespannt darauf, ein bedeutendes Projekt mitzugestalten. Wir haben uns darauf gefreut, unser theoretisches PR-Wissen praktisch umzusetzen und an einem echten Pitch teilzunehmen. 
Rückblickend werden uns aber vor allem die zwischenmenschlichen Dinge als Highlights in Erinnerung bleiben zum Beispiel: Teil eines internationalen Teams gewesen zu sein, das Kennenlernen der Teammitglieder beim Symposium, der starke Zusammenhalt von eigentlich völlig Fremden. 
Das zeigt: GlobCom ist für alle ein Gewinn, egal ob mit oder ohne Berufswusch PR. Denn es führt nicht nur in die Arbeitsweise internationaler Teams ein – ein in Zeiten der Globalisierung wichtiger Soft-Skill – sondern erweitert den persönlichen Horizont der Studierenden ungemein.

     

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    PR Career Center: Ist die PR-Arbeit euer Berufsziel?

    Elena & Valerie: Nun ja… diese Frage kann wohl kaum mit einem klaren Ja oder Nein beantwortet werden. Die meisten Studierenden der Kommunikationswissenschaft in Erfurt sind, so wie wir, im PR-Bereich noch relativ unerfahren und deshalb sollte das global communications project erst einmal dazu dienen, erste Schritte in die Welt der PR zu setzen. Erste Erfahrungen zu machen, was PR eigentlich bedeutet und welche Herausforderungen aber auch Möglichkeiten diese Welt mit sich bringt. Für manche von uns war es einfach mal ein anderes und spannendes Projekt über die Uni. Wir konnten in einen neuen Bereich reinschnuppern und unseren Horizont erweitern, aber letztendlich musste Valerie zum Beispiel feststellen, dass die PR Welt beruflich eher nicht in Frage kommt. Für Elena ist es stattdessen der Auslöser gewesen sich mehr für den Bereich der PR zu interessieren und weitere Möglichkeiten, die uns die Uni bietet zu nutzen.

    Elena Engel und Valerie Stopp studieren im 4. Semester Kommunikationswissenschaft an der Uni in Erfurt. Mit PR hatten beide bislang noch keine Berührungspunkte, doch dieses Semester haben sie ein ganz besonderes Seminar zum Thema PR und globale Kommunikation belegt. Es heißt GlobCom und wird zwei Semester lang an der Uni angeboten. Herz des Seminars ist die virteulle PR-Arbeit in internationalen Teams – und eine spannende Reise, über die sie hier berichten.

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